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MATHILDE:

Frauen und Frieden

Redaktionsschluss
für Heft 148:
14. März 2017

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Inhalt der neuen Ausgabe

Die deutsch-holländische Konzertpianistin Susanne Hardick hat eine private Musikakademie in Darmstadt aufgebaut.

Foto: Henry Peters, Fotostudio G2

Editorial

”Wenn niemand sich um die Werke von Komponistinnen kümmert, sie ausgräbt, einstudiert und aufführt, nehmen wir das eben selbst in die Hand!”

(aus einer Arbeitssitzung zur Gründung von musica femina münchen e. V., 1987)

(Ju) Mit ”Viva la Musica” möchten wir Musikerinnen, Komponistinnen und Sängerinnen hochleben lassen, bekannte und (noch) weniger bekannte, Profis und Amateurinnen. Dabei war uns beim Brainstorming noch gar nicht so recht bewusst, wie notwendig es ist, über Frauen in der Musikwelt zu sprechen. Denn auch in diesem Bereich gibt es noch immer Diskriminierung von Frauen, inzwischen nicht nur wissenschaftlich beleuchtet, sondern auch in den Massenmedien offengelegt. Frauen in der Musikgeschichte werden meist totgeschwiegen oder vernachlässigt. Und heute? ”Die klassische Musik hat ein Sexismusproblem”, sagt Simon Tönies in der Süddeutschen Zeitung (10.1.2017). Dirigentinnen, Opernintendantinnen und Komponistinnen sind noch immer seltene Erscheinungen. ”Der Konzertkanon bis ins späte 20. Jahrhundert ist ein Männerclub, und danach wird es nur wenig besser”, so der Musikjournalist. Dass Komponistinnen einen wesentlichen Beitrag zur Musikkultur leisten, betont der vor 30 Jahren gegründete Verein musica femina münchen e. V., dessen Ziel es ist, Komponistinnen – aus Vergangenheit und Gegenwart – bekannt und ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, auch mit Kompositionsaufträgen. Der Jazz war ebenso lange Zeit Männermusik, doch leider können wir dieses Thema nur streifen. Ebenso wie den Pop. ”Rihanna, Beyoncé, Lady Gaga: Der Pophimmel scheint voller weiblicher Stars. Wirklich gleichberechtigt ist die vermeintlich moderne Musikindustrie aber nicht. Pop ist im Kern ein Herren-Country-Club”, so die drei Autorinnen eines Reports in ”Puls, das junge Programm des Bayerischen Rundfunks” (9.12.2016). Jung und frech, denn der Titel des Beitrags heißt: ”Wie viel Penis steckt im Pop? Warum die Musikbranche ein Frauenproblem hat.” Unter anderem, weil weibliche Stars in den Charts eher rar gesät sind. Lassen wir unsere Sterne funkeln! Wir haben Interviews gemacht mit ”Kick La Luna”, mit Frauenmusikgruppen in Darmstadt, der Komponistin Karola Obermüller, der Sopranistin Jana Baumeister, der Pianistin Susanne Hardick, der Liedermacherin julakim. Die Sängerin Petra Bassus hat den MATHILDE-Fragebogen beantwortet. Und wir wissen, dass es noch viel mehr tolle Musikschaffende ganz in unserer Nähe gibt. Aber wir haben wie immer auch andere Themen im Heft. Zur besonderen Beachtung empfehlen wir das Programm rund um den 8. März, dem Internationalen Frauentag (S. 21). Vielleicht sehen wir uns beim Konzert in der Darmstädter Ludwigskirche mit Werken von Komponistinnen!

Bis dahin, musikalische Grüße aus der MATHILDE-Redaktion

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