In der nächsten

MATHILDE:

100 Jahre Frauenwahlrecht

Redaktionsschluss
für Heft 155:
20. Juli 2018

Werde auch eine

MATHILDE

IMPRESSUM

DATENSCHUTZERKLÄRUNG

Lesen Sie hier weiter:

Inhalt der neuen Ausgabe

Ein kontemplativer Blick in die Landschaft oder ein Ziel vor Augen? Einen Rucksack voller Erwartungen, Erinnerungen und Erlebnissen trägt jede mit sich, wenn sie auf Reisen geht.

Foto: Engin Akyurt

Editorial

Frauen auf Reisen

”Travel is seeing other people live around the world” ”Reisen heißt, anderen Menschen in der Welt zu begegnen” Kate Simon (1912–1990), Reiseschriftstellerin

Frauen auf Reisen – ein gutes Thema für die Sommer– und die Ferienmonate, dachten wir uns. Und schnell war die Liste voll: Gleich mehrere MATHILDE-Frauen wollten über ihre Urlaubsreisen und -erlebnisse berichten. Diese Geschichten haben nun sicher nicht alle etwas mit frauenspezifischen Themen zu tun. Im weiteren Sinne können sie aber verstanden werden als Artikel, die Mut machen wollen, Dinge zu tun, von denen man schon lange geträumt hat. Einmal den Dschungel erleben als Alleinreisende, einmal als junge Frau durch Lappland wandern, in einer Zeit, als die Wege tatsächlich noch durch einsame Landschaften führten, einmal eine Woche (fast) alleine auf einer Alm verbringen, darüber erzählen die einen. Ihrem Wunsch, mit Frauen in Marokko direkt ins Gespräch zu kommen, etwas über ihre Lebensweise und ihr Denken zu erfahren, für eine Weile bei ihnen zu wohnen, ist eine Redakteurin der MATHILDE gefolgt und hat Freundschaft geschlossen. Alle Reisenden haben ihr eigenes Zeitmaß angesetzt, beim Erfahren fremder Welten und dabei, mal mehr mal weniger, sich selbst neu entdeckt: ”Reisen Sie langsam. Wenn Sie Zeit für acht Länder haben, nehmen Sie fünf. Wenn Sie durch fünf hetzen wollen, nehmen Sie drei” – so ein weiteres Zitat der amerikanischen Reiseschriftstellerin Kate Simon, in deren Reisetagebüchern MATHILDE-Redakteurin Sanne Glanz, bevor sie nach Marokko aufbrach, gestöbert und gelesen hat. Dabei begegnet einem Fremdes und Befremdliches auch im eigenen Land. Die Konstanzer Autorin Sandra Müller berichtet über den ersten ”Rotlicht-Kongress” in Frankfurt, bei dem es nicht etwa um den Schutz von Prostituierten ging, sondern darum, wie das Geschäft für die Zuhälter und BordellbetreiberInnen möglichst profitabel gestaltet werden kann. Das Geschäft mit der Kunst lohnt sich dagegen kaum: Künstlerinnen sind unter den Stars der Szene, den Topverdienern, kaum zu finden, dafür arbeiten sie zuhauf in den schlecht bezahlten Kulturjobs und, wen wundert`s, sind von Altersarmut bedroht. Für manche Frauen ist es eben immer noch nicht einfach etwas einzufordern, etwa mehr Lohn, oder ”Nein” zu sagen bei Gewalt gegen Frauen. Auch davon handelt ein Artikel. Womit wir aber auch wieder beim Reisen wären. Die italienische Schauspielerin Sophia Loren konstatierte: ”Ich kann in zwölf Sprachen Nein sagen. Das ist unerlässlich für eine Frau, die weit herumkommt.” Nicht nur für diese, das gilt für alle Frauen.

Ihre MATHILDE-Frauen / bb

MATHILDE