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MATHILDE:

Mutterschafft

Redaktionsschluss
für Heft 159:
19. März 2019

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MATHILDE

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Inhalt der neuen Ausgabe

Schlankheitswahn, Schönheitsnormen, Bodyshaming... Was geschieht mit unseren Körpern? Das Thema geht unter die Haut.

Foto: Wolfgang Eckert, pixabay.com

Editorial

Umworben – umgarnt – bloßgestellt

”So bin ich” zu sagen bedeutet Mut

Ob in der Kunst, in der Liebe oder in der Mode, Frauenkörper sollen den Normen männlicher Vorstellungen entsprechen. Nur: Idealvorstellungen zu entsprechen, war schon immer ein sinnloses Unterfangen, denn die Trends wechseln ständig, und was letztes Jahr noch angesagt war, gilt heute schon längst nicht mehr.

Wir Mathilde Frauen haben uns damit auseinandergesetzt und diese Problematik von mehreren Seiten beleuchtet. Es war uns so wichtig, dass wir daraus das Schwerpunktthema für diese Ausgabe gemacht haben.

Bekannte Frauenzeitschriften steigern ihre Auflagen mit Titelgeschichten vom ”Dellendrama”, und es werden heimlich prominente Frauen mit Cellulite fotografiert. Verleger renommierter Verlage entfernen Nacktbilder von alten Frauen aus Fotobänden mit der Begründung, dass dies eine ”bewusst verfolgte Ästhetik des Hässlichen” sei. So passiert mit Bildern von Annegret Soltau, die in ihrer Kunst wohl die Hochglanzwelt ins Wanken gebracht hat.

Die Soziologin Annie Illouz spricht von der ”Verdinglichung der Gefühle” und meint damit, dass das allgemeine Konsumverhalten mittlerweile auch unsere Gefühlswelt erreicht hat. Beziehungen werden genauso konsumiert wie andere Güter auch. Und konsumiert wird eben nur ”einwandfreie Ware”.

Alter, Sexualität und Leidenschaft passen in der herkömmlichen männlichen Denkweise schon gar nicht zusammen und tauchen deshalb auch kaum im öffentlichen Kontext auf. Körperlicher Makel wird bei Frauen gleichgesetzt mit Hässlichkeit. Mal sind es Sommersprossen, mal ist es die schlaffe Haut.

Noch immer hat die reale und realistische Darstellung von Frauenkörpern jenseits der vorgegebenen Normen Ausgrenzung, Zensur und Vorwürfe von Tabubrüchen für die agierenden Frauen zur Folge. Noch immer werden Themen wie Menstruation, der natürliche Umgang mit dem weiblichen Körper, seine Darstellung und seine Abweichung von den gängigen Maßstäben als etwas Befremdliches und sogar als etwas Aufständisches gesehen.

Aber es gibt immer mehr Frauen, die sich gegen gängige Normen zur Wehr setzen und sich wehren gegen die mystische Überhöhung der Weiblichkeit und ihrer Darstellung.

Die französische Schriftstellerin Louise Lévêque de Vilmorin (1902-1969) meinte dazu: ”Wenn die Männer die Schönheit einer Frau mehr schätzen als ihre Intelligenz, so hat das seinen Grund darin, dass es auf Erden mehr Dummköpfe gibt als Blinde.”

In diesem Sinne,

Ihre MATHILDE-Frauen / (gum)

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