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MATHILDE:

Achtung Backlash?!

Redaktionsschluss
für Heft 157:
20. November 2018

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Inhalt der neuen Ausgabe

Das MATHILDE-Cover zeigt eine legale Aktion der MATHILDE-Fotogruppe.

Idee und Konzept: Fotoredaktion MATHILDE / Foto: Sonja Sandvoss

Editorial

frech, frei: frau!

”Es gibt ein Wort, das süßer ist als Mutter, Heim oder Himmel – das ist das Wort: Freiheit.”
Matilda Joslyn Gage (1826-1898), amerikanische Pionierin der Frauenbewegung

Frech und frei – das klingt nach dem letzten Heft ”100 Jahre Frauenwahlrecht” irgendwie auch frisch und forsch – ein reizvoller neuer Schwerpunkt für die MATHILDE- Frauen. Doch bei genauerer Betrachtung erwies sich das Thema als gar nicht so griffig und positiv besetzt wie es zunächst erschien.

In ihrem Einführungstext setzt sich Barbara Messmer mit dieser Problematik auseinander: Was ist das eigentlich: frech? ”Es oszilliert zwischen unangepasst und verletzend, zwischen witzig und undiszipliniert, widerborstig und ungezogen, provozierend und einfach nur unhöflich”, schreibt sie, und es müsse stets im gesellschaftspolitischen Kontext gesehen werden. Auch der Begriff der Freiheit ist alles andere als eindeutig. Nehmen wir die Prinzessin aus dem Märchen ”Der Froschkönig”, die den glitschigen Frosch einfach an die Wand pfeffert. Ganz schön frech, dass sie sich diese Freiheit nimmt, gegen den Willen des Vaters – was auch noch belohnt wird! – wie Iris Welker-Sturm im Rückblick auf weibliche Vorbilder in Mythologie und Märchen deutlich macht. Gabriele Steffen verweist auf die Kinderbuch-Heldinnen Pippi Langstrumpf und die feuerrote Friederike.

Märchen ist aber nicht gleich Realität, und die lange erkämpfte rechtliche Gleichstellung und Erwerbstätigkeit, damit ökonomische Unabhängigkeit, schaffen noch keine Freiheit, das wusste schon Simone de Beauvoir. Es muss der Mythos der Weiblichkeit in der bürgerlichen Gesellschaft zerschlagen werden.

Es scheint, als mache sich die jüngere Generation verstärkt an diese Arbeit. Frauen im Fernsehen treten zwar noch immer vorwiegend unter dem Gesichtspunkt Aussehen und Beziehungsprobleme in Erscheinung – inwieweit sich die Gefängnisserie ”Orange is the new black” davon unterscheidet, untersucht Lena Loge. Politisch Aktuelles nimmt sich Sanne Glanz vor mit der ”Bikinirevolte” in Algerien. Und dann sind da Laurie Penny und Margarete Stokowski oder Malala, die wir als beispielhaft ”frech und frei” vorstellen.

Umso beängstigender ist, wie sich Gewalt und sexuelle Übergriffe gegen Frauen und Kinder in der Gesellschaft halten, als Eingriff in die Freiheit und Mittel der Macht. Der Anti-Gewalttag im November bekommt deshalb genügend Raum in dieser Ausgabe. Und weil wir auf das Ende des Jahres zusteuern, haben sich die MATHILDEN die Frauenkalender vorgeknüpft und stellen sie vor. Einen guten Ausklang des Jahres wünschen

Ihre MATHILDE-Frauen / bb

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